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VIVA Media "hold" 25.06.2002
Commerzbank
Die Analysten von der Commerzbank stufen die Aktien der VIVA Media AG(WKN 617106) weiterhin auf "hold" ein. Das langfristige Kursziel sehe man bei zwölf Euro.
EMI habe am Freitag Nachmittag bekannt gegeben, dass es seine gesamten VIVA-Anteile in Höhe von 15,3% an AOL Time Warner für 52,3 Mio. Euro (14 Euro je Aktie) verkauft habe. AOL Time Warner halte nun 46,2% an VIVA Media, was die Wahrscheinlichkeit einer Übernahme durch einen weiteren Interessenten (z.B. Viacom) in den Augen der Commerzbank erheblich senke. Die Frage sei, ob AOL Time Warner unter dem deutschen Übernahmerecht ein Angebot unterbreiten müsse. AOL Time Warner habe bereits eine 15,3%-ige Direktbeteiligung an dem Unternehmen und besitze weiterhin Stimmrechte (keine Aktien) in Höhe von 15,6%, für die sich die "Die Initiatoren Eins, Zwei, Drei, Kapitalbeteiligungsgesellschaft KG" im Rahmen eines Abkommens zur Stimmenvereinigung die exklusiven Rechte gesichert habe.
VIVA Media habe einen führenden europäischen Musiksender und ein junges Unterhaltungsmedienunternehmen geschaffen. Nachdem voraussichtlich in diesem Jahr die Gewinnschwelle (auf Vierteljahres- sowie Gesamtjahresbasis) erreicht werden dürfe, würde eine Ausdehnung auf andere lukrative Märkte, wie z.B. Italien. Spanien, Frankreich und Großbritannien, mit AOL Time Warner als Partner und Großaktionär leichter vonstatten gehen.
Dieser Deal versetze AOL Time Warner in eine sehr gute Ausgangsposition. Die Stimmrechte von insgesamt 30,8% vor dem Erwerb der EMI-Beteiligung würden die Wettbewerbshüter in bezug auf das neue deutsche Übernahmegesetz (Schwelle: 30%) nicht auf den Plan gerufen zu haben scheinen. Dies möge mit dem Zeitpunkt zusammenhängen, zu dem die exklusiven zusätzlichen Stimmrechte gesichert worden seien – obwohl weder VM noch seine Großaktionäre diesbezüglich etwas verlautet hätten. Bei der Commerzbank sei man der Ansicht, dass AOL Time Warner VIVA Media zunächst einmal als europäischer Partner für die Ausdehnung seiner Produkte und Profile in Europa unter der Marke VIVA gebrauchen könne. Man rechne nicht mit einem Übernahmeangebot von AOL Time Warner.
Die nächste Frage beziehe sich auf die von dem anderen Großaktionär Vivendi Universal (15,3%-ige Beteiligung) verfolgten Absichten. In Anbetracht seiner Liquiditätsnöte könne sich Vivendi dazu bereit erklären, seine Anteile gegen liquide Mittel einzutauschen. Das Management von VIVA Media habe sich jedoch bislang dazu nicht geäußert.
Eine Notierung von ca. 14 Euro, also zu dem von AOL Time Warner für die EMI-Anteile gezahlten Kurs, sei zunächst recht realistisch für die VIVA-Aktie. Jedoch könnten die VIVA-Aktie aufgrund enttäuschter Aktionäre, die die Aktie unter der – anscheinend falschen - Annahme eines bevorstehenden Übernahmeangebotes von mindestens 14 Euro je Aktie gehalten haben, kurzfristig unter Druck geraten.
Der Konzern sei nach dem jüngsten, durch Übernahmespekulationen bedingten Kurssprung mit hohen EV-/Umsatz-Multiplikatoren von 2,1x auf Basis von 2002e und 1,8x auf Basis von 2003e bewertet. Aufgrund des Auftriebs, den die "anderen operativen Einnahmen" im Jahr 2002 durch die Zahlung von AOL Time Warner erhalten hätten, seien die EBITDA- und EBIT-Multiplikatoren auf Basis von Schätzungen für 2002 nicht aussagekräftig. Aus fundamentaler Sicht sei der Konzern nun mit anspruchsvollen EV-/EBITDA- und EV-/EBIT- Multiplikatoren von jeweils 11,3x und 16,7x auf Basis von 2003e bewertet. Ein Übernahmepreis von mindestens 14 Euro würde - ausgehend von den Schätzungen für das Jahr 2003e - einen EV-/Umsatz-Multiplikator von 1,9x, EV-/EBITDA- und EV-/EBIT-Multiplikatoren von jeweils 11,9x und 17,7x sowie ein KGV von 31,3x implizieren.
Bei der Commerzbank wird an der "hold"-Einstufung für die Aktien von VIVA Media festgehalten.
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